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Was ist SCR?

Anfangs reichten noch innermotorische Maßnahmen, wie zum Beispiel eine geringere Verbrennungstemperatur um dem erhöhten Stickoxid-Ausstoß bei Dieselfahrzeugen Herr zu werden.

Der dadurch höhere Rußpartikelausstoß wurde dann noch durch einen Partikelfilter kompensiert. Doch irgendwann schaffte es dieses Verfahren nicht mehr, den zunehmend verschärften Abgasgrenzwerten gerecht zu werden, sodass aufwändige nachmotorische Verfahren notwendig wurden.

Eines dieser Verfahren nennt sich Selective Catalytic Reduction (kurz SCR) und ist ein chemisches Verfahren für welches man einen Zusatzstoff  mit dem klingenden Markennamen AdBlue benötigt. Dieser ist eine Mischung aus Wasser (67,5 %) und Harnstoff. AdBlue wird in den Abgas-Strom eingespritzt und schlussendlich vom Katalysator chemisch zersetzt. Der entstandene Ammoniak reagiert mit den Stickoxiden und macht diese weitgehend unschädlich.

Klingt kompliziert, ist es auch. Damit SCR immer und überall einwandfrei funktioniert, ist eine Menge an zusätzlicher Technik notwendig. So benötigt das Verfahren einem AdBlue-Zusatztank, den SCR-Katalysator sowie jede Menge an Druck-, Temperatur- und Abgas-Sensoren, welche ihre Auswertungen an einen Computer weiterleiten.

Quelle: VolkswagenJe höher das Tempo und somit auch der Dieselverbrauch ist, desto mehr AdBlue wird klarerweise benötigt. Zwischen 30 und 40 Milliliter Harnstofflösung wird so pro Liter Diesel eingespritzt. Der AdBlue-Einfüllstutzen befindet sich meistens direkt hinter der Tankklappe – in manchen Fahrzeugen wird aber auch über einen Einlass im Kofferraum befüllt.

Ursprünglich wurde das kostspielige SCR Verfahren nur bei Nutzfahrzeugen eingesetzt. Mittlerweile werden schon sämtliche neuen Diesel-PKWs mit SCR-Katalysatoren ausgerüstet – nur so kann die Abgasnorm EURO 6d TEMP erreicht werden. Ob der Einsatz der SCR-Technologie in allen Fahrzeugklassen auch wirtschaftlich vorteilhaft sein wird, ist zu bezweifeln. Fakt ist jetzt schon, dass viele Hersteller bei den kleineren, preisgünstigeren Klein- und Kompaktwagen auf Dieselmotoren wohl verzichten werden.

Fotocredit: Volkswagen

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