Schon in der ersten Generation war der VW Touareg ein besonderer Volkswagen. Er lieferte sich ein Kopf-an-Kopf Rennen mit dem leider schon verblichenen Phaeton – war quasi dessen offroadiger Bruder. Schon damals teilte er sich die Plattform mit Kapazunder wie Audi Q7 und Porsche Cayenne, war aber immer schon das dezentere aber nicht minder edle SUV. Das hat sich nicht geändert.

VW Touareg

Während sich Porsche endgültig vom Diesel entfernt hat, bleibt VW der Selbstzünder-Technologie treu. Der VW Touareg verwöhnt seine Passagiere mit einem noblen V6 TDI unter der Haube. Dieser bietet auch in der „schwächeren“ 231 PS-Version satten Vortrieb und beste Akustik. Hier zeigt sich ganz klar, dass ein SUV dieses Kalibers einfach am besten mit einem potenten Selbstzünder Meter macht. Der drei Liter große Turbodiesel liefert mächtigen Durchzug (500 Newtonmeter), bei gleichzeitig hervorragenden Verbrauchswerten (Testschnitt 7,8 Liter Diesel / 100 km). Die strengen Euro-6d-Temp-Abgasvorschriften schafft der VW dank SCR Technik natürlich ohne Probleme. Das Schmalz wird von einer souveränen Wandlerautomatik friktionsfrei filetiert – eine lästige Anfahrschwäche gibt’s höchstens ansatzweise.

Optisch bleibt auch die 3. Generation des Touareg ein absoluter Vollwert-SUV. Volkswagen verpasste der ehemals eher rundlichen Karosserie markante Sicken. Dies steht dem Touareg ausnehmend gut, lässt ihn einen Hauch schlanker dastehen, als seine Vorgänger. Wählt man R-Line – wie im Falle unseres Testwagens – erhält man ein völlig entchromtes Fahrzeug.

 

VW Touareg

Frontal gesehen wirkt der VW Touareg modern und ein klein wenig aggressiv. Der riesige Grill und zahlreiche Lufteinlässe dominieren die Ansicht. Des Nächtens verblüffen die LED Matrix-Scheinwerfer immer wieder mit ihrer perfekten Ausleuchtung. Auch wenn man´s schon kennt, ist es immer wieder ein beeindruckendes Erlebnis, wie die Nacht zum Tag wird, das voranfahrende Auto umleuchtet oder der Gegenverkehr verlässlich ausgeblendet wird.

Innen geht’s dann richtig zur Sache.

Dort wird man von den zwei riesigen TFT-Bildschirmen des aufpreispflichtigen Innovision-Cockpits fast erschlagen. Hinterm Lenkrad befindet sich das bereits aus zahlreichen Fahrzeugen des VW Konzerns bekannte, vielfach konfigurierbare Display, der voluminöse Touchscreen auf der Mittelkonsole schlägt aber alles. Er ist einfach riesig, super hoch auflösend und auch – dank Annäherungssensor – weitgehend intuitiv bedienbar. Einziger kleiner Nachteil der Show ist die etwas lange Ladezeit beim Starten des Touareg. Da merkt man, dass da mehr als bloß ein schlichtes Betriebssystem zu arbeiten beginnt. Es benötigt schon ein wenig Geduld, bis beispielsweise das Navi vollständig geladen ist.

Insgesamt ist auch das Interieur der dritten Touareg-Generation edel bis in die Ecken. Die Lederverarbeitung entspricht genauso wie die verwendeten Kunststoffe höchsten Premium-Ansprüchen. Dass das Platzangebot den Abmessungen entspricht, sei hier nur der Ordnung halber erwähnt. Dass die Akustik und der Federungskomfort des Touareg über jeden Zweifel erhaben sind und auch die Fahreigenschaften bei hohen Geschwindigkeiten beeindrucken, sei hier nur der Ordnung halber erwähnt. Wie auch seine Vorgänger schlägt sich der VW Touareg natürlich auch im Gelände hervorragend. Dank optimierter Antriebssoftware und nun geringerem Gewicht kommt der Touareg auch in anspruchsvollem Gelände sehr weit.