Nüchtern oder emotional – beim Skoda Scala TDI spielen beide Betrachtungsweisen Hand in Hand.

Nüchtern betrachtet handelt es sich beim Skoda Scala um einen 4,36 Meter langen auf dem „Modularen Querbaukasten (MQB)“ des VW-Konzerns basierenden Vertreter der Golfklasse. Skoda nutzte alle Möglichkeiten rigoros, um möglichst viel Platz für Mensch und Gepäck zu schaffen. Auffällig ist der extrem lange Radstand – dieser fällt mit 2,65 Metern besonders großzügig aus. Davon profitieren vor allem die hinten Sitzenden, die opulente Platzverhältnisse erleben.

Auch technisch gebärdet sich der Scala als Musterschüler. Vor allem die von uns getestete Dieselmotorisierung – ein 1,6 Liter TDI mit 115 PS, selbstverständlich super-sauber und dementsprechend zukunftssicher – passt einfach hervorragend zur grundvernünftigen Auslegung des Skoda. Der Vierzylinder Turbodiesel hat mit dem relativ geringem Gewicht des Skoda Scala niemals ein Problem – der Durchzug ist ordentlich und auch der Verbrauch (Testschnitt 5,6 Liter Diesel / 100 km) passt. Das angeflanschte Siebengang-DSG passt da ebenfalls perfekt ins Bild. Es verrichtet seine Arbeit einfach völlig unaufgeregt, stets punktgenau und unterstützt dabei auch die Spar-Ambitionen des Fahrers.

Auch wenn es nicht gleich auffällt: Der Skoda Scala weist einen hervorragenden Luftwiderstandsbeiwert von 0,29 auf, was sich in einen sehr dezenten akustischen Auftritt niederschlägt. Der Scala ist eher ein Freund der leisen Töne, und auch das Fahrwerk rundet diesen Komforteindruck ab. Gelassen und unaufgeregt zieht der Scala seine Kreise und lässt sich bei Bedarf aber auch durchaus dynamisch bewegen. Wer möchte, kann aus verschiedenen Fahrmodi auswählen – man bleibt dabei aber immer im Komfort-Modus hängen – der passt einfach am besten.

Emotionaler wird es, wenn man sich die Linienführung des Skoda Scala näher betrachtet.

Auf den ersten Blick wirkt das Karosseriedesign unspektakulär – dies verstärkt sich, wenn man den Skoda in Grundausstattung ordert. Steckt man jedoch ein paar Euros ins Outfit, wird aus dem Scala ein Fahrzeug, mit dem man durchaus auch den einen oder anderen begeisterten Seitenblick ernten wird. Skoda startete beim Scala nämlich eine neue Designsprache und die fällt deutlich emotionaler aus als beim Vorgänger Rapid. Die scharf geschnittenen LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten zeugen von Selbstbewusstsein, und zum ersten Mal prangt auch der Schriftzug der Marke unübersehbar auf der elektrischen Heckklappe.

Unser weiß lackierter Scala Testwagen – eine „Style“-Ausführung – war zudem noch mit feinen 18-Zoll Alufelgen und einem riesigen dunkel getönten Glassonnendach ausgestattet. Dieses zieht sich von der Windschutzscheibenoberkante optisch nahezu nahtlos über das gesamte Dach bis in die Heckklappe und verleiht dem Skoda Scala ein sehr edles Aussehen. Öffnen kann man das Dach leider nicht und auch die Beschattung ist nicht wirklich ausreichend – also, wer schön sein will muss – zumindest im Sommer – doch etwas leiden.

Im Innenraum setzt sich die neue Designsprache fort.

Der Fahrer blickt auf ein extrem aufgeräumtes Bedienfeld. Der freistehende Bildschirm für die Infotainment-Abteilung sitzt federleicht am Dashboard und passt sich harmonisch in die Gesamtlinie ein. Die Ausstattung in der Style-Ausstattung ist weitgehend komplett – warum allerdings kein Navigationssystem eingebaut war, ist etwas rätselhaft. Als wir das iPhone dann per USB für AppleCar koppeln wollten, scheiterten wir zudem an den zwar zahlreich vorhandenen aber dennoch für uns unbrauchbaren Typ C-USB-Buchsen. Wenigstens lassen sich auch große Smartphones kabellos ohne Platznot laden. Der Scala ist als erstes Skoda Modell übrig ständig online, die Sprachsteuerung versteht vollständige Sätze, dies funktioniert in den meisten Fällen auch ganz gut.

Auch der Skoda Scala ist „Simply Clever“.

Mittlerweile ist es liebe Skoda Tradition, mit jedem neuen Modell die Palette an gescheiten Detaillösungen zu erweitern. So hat auch der Scala beispielsweise einen Regenschirm in der Fahrertür versteckt, der Deckel des Wischwasserbehälters ist so gestyled, dass er auch gleichzeitig als Einfülltrichter funktioniert oder ein kleiner Mistkübel in den Türfächern sorgt für Ordnung und Sauberkeit.

Auch das Thema Sicherheit wurde von Skoda ordentlich abgehandelt. Ein Spurhalteassistent und Frontradar mit City-Notbremsfunktion samt vorausschauendem Fußgängerschutz sind serienmäßig. Die Sicherheitsfeatures im Scala sind mannigfaltig und beinhalten unter anderem serienmäßige LED-Scheinwerfer und Rückleuchten, einen Side Assist, der den Fahrer über eine Leuchte an den Rückspiegeln vor sich von hinten nähernden Fahrzeugen warnt und dabei bis zu 70 Meter zurückblickt, einen adaptiven Abstandsassistent bis 210 km/h sowie auf Wunsch einen Parklenkassistent.

Unser Fazit
Der Skoda Skala präsentiert sich als ein hochqualitatives und angenehm fahraktives Familienauto mit viel Platz. Vor allem dank des 115 PS TDI Motors in Kombination mit dem feinen Siebengang-DSG gibt es nur wenig Gründe, dieses Auto nicht zu kaufen. Auch interessant: Gegen Ende des Jahres kommt noch eine umweltschonende Erdgas-Variante auf Basis des Ein-Liter-Antriebs auf den Markt.

Daten Fakten Skoda Scala 1.6 TDI DSG Style
Motor: 4-Zylinder Turbodiesel
Leistung: 115 PS
Testverbrauch: 5,6 Liter Diesel
Preis: ab EUR 27.350,-