Das Kürzel RS steht bei Skoda traditionsgemäß für besonders sportlich ausgelegte und leistungsstarke Modelle. Und nachdem die Tschechen einfach „simply clever“ sind, rollt der Kodiaq nicht mit einem starken Benziner, sondern schlicht mit dem kräftigsten Dieselmotor der Markenhistorie an den Start.

240 PS liefert der doppelt aufgeladene Zweiliter-Vierzylinder. Damit fährt der Kodiaq ziemlich weit nach vorne in der Liga der Power-SUV. Massive 500 Newtonmeter Drehmoment stellt die Maschine schon bei 1.750 Umdrehungen bereit, brauchbare Leistung gibt es aber auch schon deutlich genug. In Verbindung mit dem serienmäßigen Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe gefällt der Kodiaq RS mit äußerst spontanem Antritt in nahezu jeder Fahrsituation.

Wer möchte, beamt sich in 6,9 Sekunden auf Tempo Hundert. Der Durchzug ist bärig – Überholvorgänge werden im Handumdrehen erledigt und die Beschleunigung auf die Autobahn rauf hat einen Hauch von Flugzeugstart. Auf langen schnellen Autobahnetappen fühlt man sich im Skoda Kodiaq RS auch am wohlsten. Das fein austarierte Fahrwerk vermittelt auch bei hohen Geschwindigkeiten perfekte Sicherheit und beim Verbrauch (Testschnitt: 8,4 Liter Diesel/100 km) brilliert natürlich die feine Dieseltechnik – selbst schnelle Etappen auf deutschen Autobahnen haben uns verbrauchsmäßig nicht geschreckt. Dass der Bi-Turbo TDI im RS sauber und zukunftssicher, sei hier nur nebenbei erwähnt – die Abgasreinigung übernimmt ein SCR-Katalysator.

Auch abseits der Autobahn macht der Kodiaq RS Spaß. Während dort eher der Komfort- oder ECO-Modus für flotte, bequeme und sparsame Fortbewegung sorgt, empfiehlt sich auf kurvenreichen Straßen eher der Sport-Modus. Diese Einstellung strafft auch das Fahrwerk – um die Kurven marschiert das SUV dann ohne nennenswerte Karosserieneigungen. Komfortabel ist das dann natürlich nicht, aber es kaschiert die hohe Sitzposition ganz gut. Dank serienmäßiger Progressivlenkung geht der Kodiaq spielerisch um die Biegungen, bleibt spurtreu und neutral. Dass die Bremsen fein dosierbar sind und im Ernstfall äußerst kräftig zupacken, trägt obendrein zum sportlichen Wohlbefinden bei. Freilich kann man das hohe Gewicht des Kodiaq nicht wegzaubern – geht’s richtig resch zur Sache bekommt man die Gesetze der Physik schon vor Augen geführt. Ist halt kein Sportwagen, der Skoda Kodiaq RS. Auch wenn er im Sport-Modus dank Sound-Aktuator irgendwie danach klingt – Skoda ist es gelungen, einen zwar synthetischen aber dennoch unpeinlich sportlich klingenden Auspuff-Sound zu erzeugen.

Von seinen weniger sportiven Brüdern setzt sich der Kodiaq RS durch die bewährten sportlich angehauchten Zutaten ab. Mächtige Leichtmetallräder im 20-Zoll-Format, dahinter rot lackierte Bremssättel und ein schwarz glänzender Kühlergrill rücken ihn ins rechte Bild, die Radhäuser und Seitenschweller sind mit stoßfesten Kunststoffverkleidungen geschützt und zwei flache Auspuffrohre zeugen vom Leistungspotenzial des SUV. Den Innenraum dominieren herrlich bequeme Leder-Alcantara-Sitze, die geradezu nach Langstrecke schreien. Die Pedalerie ist mit Edelstahl-Tritten verziert. Das Cockpit ist wie bei Skoda üblich, fein verarbeitet und perfekt aufgeräumt – lediglich der fehlende Lautstärken-Drehknopf verhagelt die Bestnote bei der Bedienung.

Das Raumangebot vorn und der Platz für die Fondpassagiere ist auch beim RS mehr als großzügig bemessen. Hinter der elektrisch öffnenden Ladeklappe finden sich wenigstens 650 Liter Kofferraum. Das Volumen kann durch die neigungsverstellbaren Rückenlehnen der Rückbank variabel gestaltet werden, wer sie vollständig umklappt steigert das Transportvermögen auf stolze 1960 Liter. Die Ausstattung des stärksten Kodiaq ist ebenfalls üppig. Zur Serienausstattung des Kodiaq RS gehören nicht nur die adaptiven Dämpfer oder Voll-LED-Scheinwerfer, auch das virtuelle Cockpit und die üblichen Skoda Simply-Clever-Gimmicks wie Regenschirme in den vorderen Türverkleidungen, Eiskratzer in der Tankklappe oder die Wendematte im Kofferraum sind im Preis inkludiert.

Stolze 56.780 Euro verlangt der österreichische Skoda-Händler für das gute Stück, die nahezu komplette Ausstattung und eine Vielzahl serienmäßiger Assistenten relativiert aber diese Summe etwas. Skodas erstes RS-SUV ist in der Summe seiner Leistungen und dank seines Komfortangebots keineswegs überteuert. Warum es aber ein SUV für sportliche Fortbewegung sein muss, gehört zu den großen Mysterien unserer Zeit.

Daten Fakten Skoda Kodiaq RS
Motor: R4-Diesel, 1968 ccm, Biturbo, Direkteinspritzung
Leistung: 240 PS
Drehmoment: 500 Nm / 1750 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 221 km/h
0 auf 100 km/h: 6,9 Sek.
Testverbrauch: 8,4 Liter
Basispreis: 56.780 Euro