Der Seat Leon ST TGI bietet ausgereifte CNG-Technik, viel Praktikabilität und Platz sowie genau jenes Quentchen spanische Fahrdynamik, die wir an Seat so schätzen.

Schon seit Längerem gibt es für Autofahrer, die auf´s Geld schauen und auch die Umwelt nicht aus dem Blick verlieren wollen eine tolle Alternative zum Dieselantrieb: den Antrieb mit komprimierten Erdgas – kurz CNG. Der VW-Konzern und hier vor allem Seat hat sich mit voller Wucht auf dieses Thema geschmissen und eine ansehnliche Fahrzeug-Palette für alle Geschmäcker lanciert.

Wir durften jetzt dem praktischen Seat Leon TGI in der Kombi-Variante auf den Zahn fühlen. Unter dessen Haube werkt seit kurzem ein 130 PS starker TSI-Motor, der aus drei gesamt 17,3 Kilo fassenden, extrem druckstabilen Gastanks mit Erdgas befeuert wird. Als Backup verbaut Seat noch zusätzlich einen 10 Liter großen Benzintank, der bei leeren Gastanks automatisch einspringt – manuell lässt sich das nicht bewerkstelligen. Dies alles bemerkt man optisch nur am TGI-Schriftzug, den beiden Einfüllstutzen unter der Tankklappe und der doppelten Tankanzeige im Kombiinstrument. Auch Platz-technisch gibt´s kaum Einbußen – wer das Kellerfach unter dem Ladeboden noch nie benutzt hat, wird auch die CNG-Tanks nicht bemerken, die dieses besetzen.

Und wie fährt er sich? Was sollen wir sagen – der Seat Leon ST TGI fährt sich wie ein ganz normaler Seat – nämlich präzise, komfortabel und auch immer ein bissl spaßig. Der 1,5 Liter große Direkteinspritzer lässt keine Klagen aufkommen, hängt toll am Gas und lässt auch akustisch nicht viel hören. Dass er CNG-betrieben ist, bemerkt man nicht – auch das automatische Umschalten auf Benzinbetrieb fällt nicht auf. Unser Testwagen hatte das serienmäßige Sechsganggetriebe an Bord – dieses funktioniert stets präzise und leichtgängig – wer nicht selbst schalten möchte, könnte auch ein Siebengang-DSG ordern.

Und wie lebt man mit dem Ding? Das CNG-Betanken ist mal keine Hexerei. Zuerst sollte man sich allerdings im Internet über Erdgas führende Tankstellen erkundigen – die gibt´s zwar nicht flächendeckend aber vor allem rund um die Ballungsgebiete dennoch ausreichend. Danach geht die Tank-Prozedur kinderleicht von der Hand: Einfach den Füllstutzen in den Tankverschluss des Autos setzen, mittels Hebel verriegeln und dann den grünen Knopf an der Tanksäule drücken. Dann zischt´s ein wenig und in rund zwei Minuten sind die Tanks wieder gut befüllt. Echte Freude macht dann das Bezahlen an der Kassa: Für gut 15 Kilo Erdgas werden moderate 16,30 Euro fällig – die resulierende Erdgas Reichweite daraus: 420 Kilometer.

Die Zeiten sind vorbei, als man als CNG-Käufer nehmen musste, was man kriegt. Die größte Auswahl hat Seat – die spanische VW Tochter bietet für alle TGI Modelle die volle Ausstattungspalette an. Im Falle des Leon ST wählt man entweder die von uns getestete pragmatische Familien- oder Fuhrparkversion in sehr guter „Style“-Ausstattung – natürlich in Silber, Schwarz oder Weiß und erhält ein unscheinbares aber auch – dank relativ kleiner 17-Zoll Bereifung – super-bequemes Auto oder man mag es sportlich – dafür steht die FR-Ausstattung mit deutlich krisperer Fahrwerksauslegung und tollen Sportfelgen – dann natürlich in feurigem Rot. Passen würde beides zum Leon. Ist wie so vieles… reine Geschmacksache.

Unser Fazit:
Der Seat Leon ST TGI ist schlicht und ergreifend ein sehr gutes Auto. Es vereint die nahezu perfekte Technik des VW-Konzerns mit einer tollen Energiebilanz über den gesamten Lebenszyklus des Autos. Preislich bleibt der Leon TGI auch im vertretbaren Rahmen – die Liste beginnt bei EUR 23.240,-. Und wer es noch immer nicht wahrhaben will, dass CNG Antrieb eine tolle Sache ist, dem seien folgende Fakten ans Herz gelegt: