Der magische Termin rückt immer näher: Ab 2020 sollen die Fahrzeugflotten aller Automobilhersteller nur noch durchschnittlich 95 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstoßen. Das verlangt die Europäische Union. Diese Grenzen zu erfüllen, wird schwierig – es drohen Milliarden schwere Bußgelder, wenn nicht genügend sparsame Fahrzeuge verkauft werden.

Das gegenwärtig andauernde Diesel-Bashing inklusive der damit einher gehenden bröckelnden Diesel-Verkaufszahlen, sowie der grassierende SUV-Boom machen den Herstellern das Erreichen der ehrgeizigen Ziele noch schwerer. Der Zug zum Elektroauto wird immer spürbarer – dennoch gibt es auch interessante Alternativen mit hervorragender Öko-Bilanz: Nämlich Erdgasautos. Diese erreichen ohne allzu großen technischen Aufwand den CO2-Zielkorridor bei zugleich hervorragenden Werten für Stickoxid- und Feinstaubemission.

Seat übernimmt die Vorreiterrolle im VW Konzern mit einer ordentlichen Erdgas-Auto-Palette. Neben dem Leon und dem Seat Arona bieten die Spanier auch den beliebten Seat Ibiza als Erdgas (CNG)-Variante an.
Der Seat Ibiza 1.0 TGI bringt aufgeweckte 90 PS auf die Straße. Sein Dreizylinder-Turbo basiert auf dem bekannten TSI-Motor – dieser wurden innermotorisch durch spezielle Kolben mit Nickel-Chrom-Beschichtung, sowie verstärkte Ventilsitzringe für höhere Verschleißfestigkeit in Richtung Erdgasbetrieb überarbeitet.

Wie seine Seat TGI Kollegen kann auch der Ibiza 1.0 TGI „bivalent“, das heißt sowohl mit Super, als auch mit CNG, betrieben werden.
Dafür gibt es einen relativ klein bemessenen Tank für Benzin an gewohnter Stelle und hochfeste Druckbehälter für das Erdgas. Beide Einfüllstutzen sitzen einträchtig nebeneinander hinter der gewohnten Tankklappe rechts hinten. Die CNG-Betankung geht auch für Leute ohne große technische Begabung locker von der Hand: Tankstutzen aufstecken, verriegeln, Knopf drücken. Cirka drei Minuten warten. Fertig. Wer jetzt auf die Tankrechnung blickt, wird wohl feuchte Augen bekommen – feucht in Form von Freudentränen wohlgemerkt. Rund 15 Euro zahlen und damit rund 350 Kilometer weit fahren ist fast schon kitschig.

„Unsere TGI-Modelle sind eine echte Alternative als Brückentechnologie im Übergang zum Zeitalter der Elektroautos.“ meint Seat CNG-Expertin Sonia Gutierrez

Im Turbodiesel-Test präsentiert sich der Seat Ibiza 1.0 TGI in der Top-Ausstattung FR.
Mit allerlei sportlichen Features, angefangen bei 17-Zoll-Alufelgen mit Niederquerschnitt-Breitreifen bis hin zu Sportsitzen im FR-Design zeigt er seine Zugehörigkeit als vollwertiges Mitglied der aktuellen Ibiza-Familie deutlich auf. Auch hinterm Lenkrad gibt es keine gravierenden Änderungen gegenüber den konventionellen Modellen. Einzig unterschiedliche Tankanzeigen für Benzin und Erdgas verweisen auf die Nutzung von zweierlei Kraftstoffsorten. So lange CNG im Tank ist, fährt der Ibiza damit. Eine Wahlmöglichkeit durch den Fahrer besteht nicht. Netter Nebeneffekt des CNG-Antriebs ist auch im kleinen Ibiza der Verbrauch von rund 3,9 Kilogramm CNG pro 100 gefahrenen Kilometer, der bei kompletter Befüllung der Drucktanks für eine Reichweite von knapp 350 Kilometer sorgt. Dieser Verbrauch lässt sich auf die CO2-Emission von nur 88 Gramm pro Kilometer umrechnen.

Und wie sieht es mit der Alltagstauglichkeit aus?
Diese Frage stellt sich eigentlich nur in Sachen CNG-Betankung. Die Tankstellen mit Erdgas-Zapfsäule sind zwar nicht flächendeckend (166 CNG-Tankstellen in Österreich) aber dennoch ist das Angebot für den Alltag absolut ausreichend vorhanden – schließlich muss man auch nur rund alle 400 Kilometer kurz an die Tanke. Sowas lässt sich in den meisten Fällen gut einplanen. Und wenn alle Stricke reissen, bleibt auch noch das 95-Oktan-Backup im kleinen Zusatztank.

Daten Fakten Seat Ibiza FR TGI-Hybrid
Motor: Dreizylinder, 999 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung: 90 PS
Drehmoment: 160 Nm bei 1900 – 3800 U/min
0 – 100 km/h: 12,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Testverbrauch: 3,9 kg CNG/100 km
CO2-Emission Erdgasbetrieb: 88 g/km
Tankinhalt CNG (Erdgas): 13,8 kg
Basispreis: 20.140 Euro