Kleine SUV liegen derzeit ganz oben in der Käufergunst, der Erdgas-Antrieb macht den Seat Arona dann noch ein Stück interessanter als die Produkte des Mitbewerbs.

Seat ist nicht nur im VW-Konzern der Vorreiter im Erdgas-Bereich – mittlerweile sind die Spanier in diesem Bereich schon Marktführer.
Die Ernsthaftigkeit, mit der Seat weiter auf Erdgas setzt ist dabei beachtlich. Die spanische Marke setzt darauf, dass sich wegen der zu erzielenden Umwelt- und Kostenvorteile eine Vielzahl von Kunden für die TGI-Varianten entscheidet. Vier Seat CNG-Modelle zeugen von den bislang investierten Millionen. Neben dem Seat Leon und seinem Kombiableger Leon ST TGI – laufen noch der Ibiza und das von uns getestete SUV Arona als Erdgasfahrzeug im spanischen Martorell vom Band.

Unter der Haube des kleinen SUV läuft der bekannte Ein-Liter-Dreizylinder, der im VW-Konzern des Öfteren zum Einsatz kommt. Im Seat Arona TGI leistet er  90 PS – fünf PS weniger als im normalen TSI. Die Aufzahlung gegenüber der vergleichbaren TSI-Version beträgt moderate 1000 Euro. Dafür bekommt man aber eine toll schaltbare Sechs-Gang-Box anstatt der normalen Fünf-Gang-Schaltung. Der kleine Motor macht seine Sache sehr gut, außerdem läuft er relativ leise und mit einem Testverbrauch von rund 4,5 kg Erdgas/100 km auch sehr effizient. Lediglich eine kleine Anfahrschwäche ist spürbar und im höheren Drehzahlbereich geht dem Murl dann doch die Puste ein wenig aus. Da die Fahrwerks- und Lenkauslegung eher sportiv ausfällt, wünscht man sich beim flotten Angasen des öfteren etwas mehr Power.

Unser Wunsch ans Seat-Christkind: Packt doch bitte den 130 PS starken 1.5-Liter-Vierzylinder TGI
aus dem Leon in den kleinen Arona – das würde durchaus (Fahr-) Spaß machen.

Obwohl der Seat Arona auf der Ibiza-Plattform basiert, bietet er dennoch ausreichend Platz – lediglich der Kofferraum ist etwas geschrumpft. Bei einem nur gut vier Meter langen Auto, welches für konventionellen Benzinbetrieb konzipiert wurde, nachträglich eine Erdgasanlage unterzubringen, stellt sicher eine Herausforderung dar. Seat hat das aber gut gelöst: Die Druckbehälter für 13,8 Kilogramm Erdgas befinden sich an der Hinterachse. Statt 400 Litern Kofferraum stehen im TGI nur mehr 282 Liter zur Verfügung, bei umgelegten Rücksitzlehnen sind es dann 1162 Liter. Der Benzintank als eiserne Reserve hat ein Volumen von neun Litern. Die Anzeigen für Gas- und Benzintank sind üblich getrennt. Gefahren wird immer vorrangig im Erdgasbetrieb. Die Umschaltung auf Benzin erfolgt dann automatisch – eine manuelle Auswahl ist nicht möglich.

Das Betanken mit Erdgas ist genauso einfach wie mit Benzin. Ventil aufstecken, verriegeln und die grüne Taste an der Säule drücken. Bei den gegenwärtigen Erdgas-Preisen kostet ein voller Tank rund 16 Euro. Die daraus resultierende Reichweite beträgt 380 Kilometer. Da nimmt man die beschränkten Platzverhältnisse im Kofferraum gerne in Kauf. Dem etwas dünnen Erdgastankstellennetz begegnet man mit guter Vorbereitung – wer CNG fährt kennt wahrscheinlich alle brauchbaren Tankstellen in der weiteren Umgebung und informiert sich vor längeren Fahrten über das Angebot auf der Strecke im Internet. Wir hoffen auf steigende Nachfrage nach CNG-Autos, dann wird sich das auch auf die Zahl der Erdgas-Tankstellen auswirken.

Daten Fakten Seat Arona 1.0 TGI
Motor: Dreizylinder-Turbo
Hubraum: 999 ccm
Leistung: 90 PS
Drehmoment: 160 Nm bei 1800–3800 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h
0 auf 100 km/h: 13,2 Sek.
Tankvolumen CNG: 13,8 Kg
Tankvolumen Benzin: 9 Liter
Testverbrauch: 4,5 kg/100 km
Preis: ab EUR 17.447,-