Auch heuer hat es uns wieder an die Adria verschlagen und unser Reiseauto, ein Peugeot Rifter wurde ordentlich auf die Probe gestellt.
Seit über einem Jahrzehnt ist es liebe Tradition, eine Woche in Caorle an der italienischen Adria im erweiterten Familienkreis zu verbringen. Dieser Woche ist bewusst einfach gehalten – genächtigt wird im Selbstversorger-Appartement und die Anreise erfolgt per Automobil über die Tauernroute. Seit 2010 sind wir zu sechst – unsere beiden Jungs (acht und 14 Jahre), sowie deren Großeltern sind mit von der Partie. Die Herausforderung an unser Reisemobil gestaltet sich also dementsprechend groß – sechs Personen und nicht zu knapp Reisegepäck möglichst bequem und sicher nach Italien zu befördern, ist die alljährliche Challenge.

Peugeot Rifter L2 BlueHDI 130 Stop&Start 6-Gang-Manuell GT Line ist der volle Name unseres heurigen Autos – und genauso lang wie sein Name ist auch der Radstand des Franzosen. 

Seinen gut 30 Zentimeter kürzeren Kollegen – den L1 – kennen wir ja bereits von diversen Testfahrten. Dort hat sich der modern gezeichnete Peugeot stets bestens bewährt. Sein prägnanter, für ein Auto dieses Schlags überaus ernsthafter Gesichtsausdruck verleiht dem auf Lieferwagenbasis stehenden Fahrzeug frische SUV-Züge – ebenso die seitliche Beplankung wirkt eindeutig offroadig. Ab der B-Säule geht’s dann optisch etwas pragmatischer zu. Die praktischen Schiebetüren und auch die riesige Heckklappe versprechen beste Cargo-Qualitäten. Während der L1 nur bis zu fünf Personen aufnehmen kann, birgt der um einiges längere L2 noch zwei zusätzliche Einzelsitze als dritte Reihe – diese sind längs verschiebbar und lassen sich mit wenigen Handgriffen auch komplett ausbauen.

Will man, so wie wir, zu sechst verreisen, entfernt man einfach einen der beiden hinteren Sitze, schiebt den verbliebenen ein Stück nach vorne und befüllt den Stauraum mit Gepäck. Freilich muss dieses ordentlich verzurrt werden, residiert doch direkt daneben Daniel, unser Kleinster. Dank einer Vielzahl an Ösen und Haken lassen sich Koffer, Taschen und allerlei Krimskrams aber sicher und einfach befestigen. Das Beladen geht flott vonstatten – die riesige Kofferraumklappe, eine extrem niedrige Ladekante und die zusätzlich zu öffnende Heckscheibe machen dies möglich. Wir beladen den Peugeot Rifter aus Sicherheitsgründen nur bis zur Fensterkante – dennoch passt alles ohne Problem rein.

Auch die Passagiere haben keinerlei Platznot im Rifter – während Daniel den hintersten Sitz bequem über den zusammengefalteten rechten Rücksitz erklimmt, sitzen Mama, Oma und unser älterer Sohn Marco auf drei großzügigen Sitzen in der zweiten Reihe, während der Opa vorne am Beifahrersitz residiert. Klapptische an den Vordersitzlehnen, jede Menge praktische Ablagemöglichkeiten und diverse Getränkehalter im gesamten Fahrzeug sind schnell befüllt – hervorzuheben sei hier das riesige, mittels Rollo verschließbare Fach zwischen den Vordersitzen – dort finden sogar mehrere PET-Flaschen locker Platz.

Zeitig in der Früh geht´s endlich los. Schließlich wollen wir ja nicht im Stau stehen.
Den Peugeot Rifter beeindruckt die deftige Beladung rein gar nicht. Lediglich die Straßenlage ändert sich leicht – das Fahrzeug liegt jetzt deutlich satter und somit sogar auch einen Hauch komfortabler auf der Straße. Wir entern die Autobahn – dank Radar-Tempomat ist gemütliches Mitschwimmen angesagt – man klinkt sich einfach in die Kolonne der Reisenden ein und schwimmt mit. Der lange Radstand und das hohe Gewicht verleihen dem Rifter angenehme Autobahnstabilität – höchstens der etwas nervöse Spurhalteassistent stört auf engen Baustellenabschnitten die saubere Linie. Er lässt sich aber einfach per Knopfdruck deaktivieren. Hervorragend bewährt hat sich der zuverlässig arbeitende Fernlichtassistent.

Als Fahrer profitiert man von der hohen Sitzposition und der damit einher gehenden tollen Übersicht. Übersichtlich ist auch das Cockpit des Peugeot. Das markentypisch kleine Lenkrad liegt fein mit Leder bezogen in den Händen – die darüber platzierten Armaturen machen ein Headup-Display unnötig, ebenso bestens im Blickpunkt liegt der große Navi-Bildschirm. Dieser informiert netterweise auch über alle umliegenden Tankstellen und sogar über deren Diesel-Preise.

Die sechs Gänge sind schnell durchgeschaltet – wer schon einmal die tolle 8-Gang-Wandlerautomatik im Peugeot Rifter genossen hat, wird diese wahrscheinlich ein wenig vermissen. Den 130 PS starken Turbodiesel beißt die gesteigerte Reise-Herausforderung so gut wie gar nicht – er zieht mühelos durch und auch der Spritverbrauch hält sich in angenehmen Grenzen (Testschnitt 6,4 Liter Diesel / 100 km).

Akustisch gibt es auf der Autobahn auch nichts zu meckern. Die Musik aus dem Radio und die pomalen Windgeräusche decken jegliches Motorgeräusch wirkungsvoll zu.  Dass der PSA HDI Motor zu den modernsten seiner Klasse gehört, ist hinlänglich bekannt. Er knackt locker die Euro 6d Temp Norm und ist somit absolut zukunftssicher.

Und so strömen wir entspannt über die Tauernautobahn Richtung Meer – der Sonne entgegen.
In Caorle angekommen  beziehen wir unsere Wohnung und auch der Peugeot Rifter darf sich etwas ausrasten – kurze Ausflüge nach Treviso und Venedig ausgenommen. Die Woche gestaltet sich jedenfalls gewohnt angenehm – und auch die Heimfahrt war dann dank Peugeot wieder ein unkomplizierter Genuss.

Daten Fakten Peugeot Rifter L2 BlueHDI 130 GT Line
Motor: 4-Zylinder Turbodiesel
Hubraum: 1499 ccm
Leistung: 130 PS
Drehmoment: 300 Nm / 1.750 Umin
Testverbrauch: 6,4 Liter Diesel / 100 km
Preis: ab EUR 31.200,-