Peugeot hat derzeit einen Lauf. Nicht weil sich Mutterkonzern PSA daran macht, zum viertgrößten Autohersteller der Welt aufzusteigen, sondern weil Peugeot genau jene Marke in Europa ist, die im B-Segment mit dem 208 und dem 2008 Fahrzeuge anbietet, deren Antriebe man nach Lust, Laune und Bedarf auswählen kann – vom sauberen Verbrenner (Benzin und Diesel) bis zum leistungsstarken Elektromotor.

Der neue Peugeot 2008 kam Anfang 2020 auf den Markt und hat gegenüber seinem Vorgänger kräftig an Größe gewonnen. Vor allem der Radstand wuchs um satte sechs Zentimeter auf 2,60 Meter, was bei einem Auto dieses Segments einen sehr guten Wert darstellt und für luftige Verhältnisse im Innenraum steht.

Optisch präsentiert sich der 2008 klar im neuen Marken-Outfit.

Aus dem früher eher rundlichen 2008 wurde ein kantiger Charaktertyp. Neben den im „Krallen“-Design gehaltenen LED-Scheinwerfern fallen vor allem die säbelartig geformten Tagfahrlichter sowie die sich vorne kantig zuspitzende und hinten sich wieder öffnende Karosserielinie ins Auge. Dazu addiert sich ein aufrecht stehender Kühlergrill, der stolz den Löwen im Zentrum trägt. Älteren Peugeot-Fans wird die Typennummer auf der Motorhaube gefallen – die hatte schon der 504er aus den goldenen Siebzigern dort stehen.

Die wahre Show spielt sich im Cockpit ab.

Das weit vorne platzierte Armaturenbrett läuft an den Rändern bogenförmig aus und sorgt vor allem auf der rechten Seite für ungewöhnlich viel Luft vor den Beinen. Der Fahrer blickt, wie bei Peugeot üblich, über das sportliche kleine Lenkrad auf ein weiter verbessertes i-Cockpit – jetzt im coolen 3D-Look. Dieses anfänglich oft kritisierte Konzept mit der etwas höher gelegten Instrumentenanzeige gibt mittlerweile keinerlei Anlass für Kritik. Im Gegenteil – man spart sich dadurch ein teures Headup-Display und tolle Übersicht sowie Bedienbarkeit ist obendrein gegeben.

Auch bei den verwendeten Materialien im Innenraum punktet der Peugeot 2008.

An vielen Stellen findet sich angenehm weiches Kunststoff-Material, sogar das im Kohlefaserlook gehaltene Dashboard ist weich unterschäumt. Dekorleisten und Ziernähte sorgen für zusätzlichen Pepp. Die Wippschalter für die Klimatisierung und den Warnblinker kennen wir schon von 208 und 508, sie schmeicheln dem Auge und den Fingern. Einzig die darüber platzierten Sensortasten für die Bedienung des Infotainments lassen sich nicht ganz so optimal bedienen – sie geben nämlich keinerlei haptisches Feedback. Super hingegen: Die Klappe für die induktive Ladeschale lässt sich gleichzeitig auch als Smartphone-Ablage nutzen – sie bietet auch großen Telefonen locker Platz.

Ungeteiltes Lob verdient der Kofferraum.

Das Kofferraumvolumen ist um 55 auf 405 Liter angewachsen. In dem Bereich ist der 2008 um fast ein halbes Segment gewachsen. Auch wenn das Gepäckabteil nach Umklappen der Rücksitzlehnen nicht ganz eben ist, so überzeugen zum einen die einfache 45-Grad-Arretierung des Ladebodens und das darunter liegende 29-Liter-Fach. In ihm kann auch die Hutablage verstaut werden.

Genug besichtigt – jetzt wird gefahren.

Wir hatten den Peugeot 2008 mit dem 131 PS starken 1,5 Liter HDI in Verbindung mit der markentypisch butterweich schaltenden Achtgang-Wandlerautomatik bei uns zu Gast. Wer auf ordentliche Verbrenner steht, wird hier wohl seine Erfüllung finden. Der kleine Diesel ist ein kräftiges Aggregat, welches schon knapp über Leerlauf ordentlich Drehmoment liefert und auch akustisch brilliert. Es erfüllt höchste Abgasnormen und sorgt auch beim Verbrauch für breites Grinsen – im Test verbrannte der Peugeot 2008 knapp unter fünf Liter Diesel auf 100 Kilometern (4,7 Liter).

Das Fahren selbst, wird stark durch die direkte Lenkung beeinflusst.

Diese ist leichtgängig aber dennoch präzise abgestimmt. Das kleine, griffige Lenkrad verleiht dem Ganzen ein sympathisches GoKart Feeling. Vor allem in Verbindung mit der Topmotorisierung ergibt sich auch dank der perfekt geformten Sitze ein erfreulich dynamisches Gesamtpaket. Die unauffällig und unaufdringlich arbeitende im Top-Diesel serienmäßige Acht-Gang-Automatik hält die Drehzahl dabei stets im optimalen Drehmoment-Bereich der 300 Newtonmeter, die knapp über Leerlaufdrehzahl anliegen.

Unser Fazit

Nicht nur die feine Optik macht den Peugeot 2008 zum coolsten Vertreter seiner Zunft – auch die hochkarätige Technik spielt alle Stückeln. Dass Peugeot damit nicht zu den Billigbergern zählen kann, liegt auf der Hand. Unser GT-Line Testwagen steht ab  31.900 Euro in der Preisliste. Wer den Peugeot 2008 1.5 BlueHDI EAT8 wählt, erhält ein modernes, detailverliebt und qualitativ hochwertig gebautes SUV, welches außerdem mit jeder Menge Fahrspaß aufwartet.

Daten Fakten Peugeot 2008 1.5 BlueHDI EAT8
Motor: 1.5 Liter Turbodiesel
Leistung: 131 PS
Drehmoment: 300 Nm
Testverbrauch: 4,7 Liter Diesel / 100 km
Preis ab EUR 29.600,- (Allure)