Seit der Eingliederung Opels im PSA Konzern profitiert der deutsche Traditionshersteller auch vom frischen Elan der Franzosen ordentlich mit. Zeitgleich mit dem neuen Peugeot 208 wurde auch der Opel Corsa auf derselben Plattform gelauncht.

Wenn wir jetzt den Corsa einfach nach der Optik beurteilen müssten, wäre es eine klare Sache: Noch nie war der Kleine aus Rüsselsheim dynamischer und fescher gezeichnet. Vor allem, wenn man die GS-Line gewählt und saftiges Rot in Kombination mit einem schwarzen Dach im Konfigurator angekreuzt hat.

Stämmig steht er da, seine fein gezeichnete Karosserie glänzt mit Eigenständigkeit – man erkennt ihn sofort als Opel, wenngleich er gegenüber seinem Vorgänger schon deutlich an optischer Schärfe zulegt hat. Kurzes Zwischen-Fazit zum Outfit: Coole Sache, der neue Opel Corsa.

Kommen wir zu den inneren Werten. Man sitzt auf markentypisch ordentlichen Sitzen – der Platz ist vorne ausreichend, dem Fahrzeugtyp halt angemessen. Hinten möchte man als Erwachsener allerdings höchstens Kurzstrecken genießen – auch das ist dem Fahrzeugtyp entsprechend. In den Kofferraum passen 304 Liter, durch das Umklappen der Rücksitzlehnen lässt sich das Volumen auf ordentliche 1083 Liter steigern. Im Innenraum finden sich zahlreiche sinnvolle Ablagen – auch das Handschuhfach ist riesig.

Bei der Verarbeitung und Materialwahl patzt Opel nicht – alles fühlt sich hochwertig und gut zusammengebaut an. Als Opelfahrer fühlt man sich auf Anhieb wohl – das Bedienkonzept stammt zwar aus dem PSA-Regal, es wurde aber alles ordentlich auf Opel gebürstet. So kennt man die Schriftarten am Touchscreen und im Kombiinstrument bereits aus anderen Fahrzeugen der Opel-Familie und auch die im spitzen Winkel platzierten Lenkstockhebel haben wir in anderen Modellen mit dem Blitz schon vorgefunden.

Einziger Vorwurf, den man Opel machen könnte ist der fehlende Pepp des Interieurs. Das einzige farbliche Highlight ist eine rote Applikation, die sich durchs Cockpit zieht – der Rest zeigt sich eher farblos. Wer vorher im Peugeot 208 Platz genommen hat, wird wissen was gemeint ist.

Motorisch bietet auch Opel die volle Palette vom rein batterieelektrischen Corsa-e, modernen Dreizylinder-Turbo-Benzinern bis hin zu den bekannt sauberen PSA-Dieselmotoren. Geschaltet wird entweder händisch oder mit dem bekannt feinen 8-Gang Automatikgetriebe – ebenfalls aus dem PSA-Regal.

Egal welchen Motor man schlussendlich unter der Haube hat – der Opel Corsa fährt sich höchst aktiv und durchaus sportlich. Dieses agile Fahrverhalten erkauft sich der Corsa allerdings mit knackiger Federungsabstimmung. Opel hat diese Abstimmung vermutlich als Differenzierungsmerkmal zum Peugeot 208 gewählt, der typisch französisch eher komfortabel ausgelegt ist. 

 

Unser Fazit

Der neue Opel Corsa ist praktisch im Alltag, munter und spritzig, nur manchmal vielleicht ein wenig fordernd, wenn es um den Komfort geht. Seine Bedienung ist mustergültig einfach, das Ausstattungsangebot super und die Verarbeitung tadellos. Wahre Opel-Fans müssen keine Angst vor Identitätsverlusten haben – der Corsa ist optisch ein Corsa geblieben, die hervorragende PSA-Technik gibt dem Wagen noch zusätzliche Würze.
Ab EUR 14.639,-