Wenn´s um´s Motorische geht, ticken bei Mazda schon seit geraumer Zeit die Uhren anders. Sei es die lang gehegte Wankeltechnik, die jetzt wieder in Form eines Range-Extenders in diversen Mazda E-Mobilen wiedererweckt wird oder die deutliche Abkehr von den gängigen Downsizing-Trends.

Jetzt hat Mazda wieder technisch zugeschlagen und als erster Hersteller einen selbstzündenden Benziner auf der Markt gebracht. Dieses, landläufig auch „Diesotto“ genannte Motorenkonzept geisterte schon lange durch die Branche. Aber letztendlich Mazda hat diese Technik in den Spitzenmodellen des Mazda3 und im CX-30 zur Marktreife gebracht.

Wie funktioniert die SkyActivX Technik? Einfach erklärt – wenn Luft stark komprimiert wird, steigt ihre Temperatur. Während bei Benziner-Saugmotoren Verdichtungsverhältnisse um 10:1 vorherrschen, wird beim Diesel auf 20:1 verdichtet. Dadurch ist die Luft im Brennraum so heiß, dass sich der eingespritzter Kraftstoff selbst entzündet. Dies wurde beim Benziner bislang vermieden und äußerte sich durch das sogenannte Motorklopfen. Damit sich das Gemisch nicht selbst entzündet, muss man sich bei normalen Benzinern auf geringere Verdichtungen beschränken, was zuletzt einen geringeren Wirkungsgrad und damit auch den höheren Verbrauch von Benzinmotoren erklärt.

Im Gegensatz dazu verdichtet der SkyActivX auf 16:1. Damit sich das Gemisch beim Verdichten nicht unkontrolliert entzündet, wird im Ansaugen zunächst ein äußerst mageres, nicht zündfähiges Gemisch gebildet und verdichtet. Zum Start des Arbeitstaktes wird nun per Hochdruckeinspritzung eine winzige Kraftstoffwolke um die Zündkerze gesprüht und per Funken entzündet. Die daraus folgende kleine Druck- und Temperaturüberhöhung genügt, um auch das umliegende Magergemisch zur Selbstentzündung zu bringen, welches dann sauber und effizient verbrennt. Mazda nennt diese Technik Spark-Controlled-Compression-Ignition (SCCI).

Der 2.0 Liter große Vierzylinder leistet 180 PS und ist zusätzlich – wie bei Mazda üblich – mit einem Mildhybrid ausgestattet. Dieses unterstützt beim Beschleunigen indem es die im Lithium-Ionen Akku dank Rekuperation gespeicherte Energie zuschießt. Außerdem wird dadurch auch der Verbrauch verringert. Unser Mazda3 schluckte im Testschnitt nur rund sechs Liter Super auf hundert Kilometer.

Mazda preist den SkyActivX zwar als sportliches Spitzenmodell an – wer sich allerdings einen GTI erwartet, wird etwas enttäuscht. Die gebotene Leistung ist zwar mehr als ordentlich, dennoch wartet der Mazda3 nicht mit brachialer Leistungsentfaltung auf. Schnelle – vor allem laufruhiges – Gleiten ist angesagt. Also Entspannung pur. Diese Charakteristik passt auch hervorragend zum bildschönen und vor allem unverwechselbaren Äußeren des Kompaktwagens.

Auch innen punktet der Mazda3. Die Verarbeitung und Materialwahl ist schlicht exzellent und auch bei der Bedienung schlägt sich der Japaner grandios. Immer wieder ein haptischer Genuss ist der Griff zum kurzen Schalthebel, der sich einfach herrlich knackig durch die Schaltgassen bewegen lässt.

Unser Fazit

Der Mazda3 SkyActivX ist das ideale Gefährt für Leute mit gutem Geschmack, die auch einmal abseits ausgetretener Technik-Pfade wandeln wollen. Dass unter der Haube ein innovativer Benzin-Selbstzünder werkt, merkt man nur an der Tanksäule – genau so soll das auch sein. Das Spitzenmodell der Madza3 Reihe steht ab fairen EUR 27.590,- in der Preisliste.