Der Dieselmotor lebt – und wie! Nach wie vor darf man aus einer Vielzahl von coolen Fahrzeugen auswählen. Die Spreizung ist enorm – es gibt wirklich für jeden Geschmack das richtige Auto.

Komfort-Enthusiasten greifen zum Beispiel zum soeben getesteten kuschelweichen Citroen C5 Aircross – sportlichen Naturen sei der Ford Focus ST ans Herz gelegt.

Neben dem 280 PS starken 2.3 Liter-Benziner gibt es den Focus ST auf Wunsch nämlich auch als Zwei-Liter-Turbodieselversion mit 190 PS. Deren maximales Drehmoment von 400 Nm liegt bereits bei 2000 Umdrehungen an, 360 Nm schon bei 1500 Umdrehungen. Den Spurt von 0 auf 100 km/h absolviert der Diesel in 7,6 Sekunden. Diese nackten Zahlen alleine klingen schon ziemlich beeindruckend – gerade deswegen gehört der Focus ST zu jenen Autos, deren Gesamtpackage man einfach einmal genossen haben sollte.

Der Ford Focus ST ist auch als Turbodiesel ein unverschämt sportliches Auto.

Dabei wurde auch wirklich jeder für Fahrdynamik zuständige Teilbereich im Auto von Ford ordentlich zugespitzt. Das beginnt beim Fahrwerk, welches ganz Ford-typisch der reschen Kurve verpflichtet ist – es arbeitet knackig, ohne dabei gänzlich auf familientauglichen Restkomfort zu verzichten. Was nützt die sportlichste Federung, wenn nicht auch die Lenkung dementsprechend harmoniert? Dachte sich Ford und baute eine einfach umwerfend präzise und direkt ausgelegte elektro-mechanische Lenkung in den Focus ein. Als Bindeglied zum Fahrer fungiert dabei ein super-griffiges Ledersportlenkrad, welches sich bei Bedarf auch beheizen lässt. Nicht beheizbar ist der Alugriff des Sechs-Gang-Getriebes.  Da man aber sowieso dauernd damit schaltet – einfach weil die Gangwechsel so wunderbar kurzwegig, knackig und präzise funktionieren – erwärmt sich der Knauf auch im Winter von selbst.

Selbstverständlich brauchen besonders sportliche Autos auch besonders zupackende Bremsen.

Der Focus ST verfügt vorne über Bremsscheiben mit satten 33 Zentimeter Durchmesser. Die Wahrscheinlichkeit, einmal Bremsfading zu erleben, sollte sich damit also ausschließen. Zusätzlich spendiert Ford serienmäßig Torque-Vectoring, also selektives Abbremsen einzelner Räder und macht damit den Focus ST noch kurvengeiler.

Zum Motor sei zu sagen: Vor allem im Sport-Modus klingt das Teil so gar nicht nach Diesel.

Vielmehr lässt der Zweiliter-Diesel sonor-dumpfes Brummen von sich hören. Ob das ganze Sound-technisch von Ford künstlich optimiert wurde, wissen wir nicht – ist auch völlig egal, weil es einfach gut klingt. Dass es dann doch ein Selbstzünder unter der Haube ist, verraten dann die Verbrauchsergebnisse unserer Testfahrt: 6,3 Liter Diesel auf 100 Kilometern sind angesichts unserer fast schon kindisch forcierten Fahrten ins Mühlviertel ein grandioser Wert.

Dieser ganze sportliche Aufwand wäre ziemlich umsonst, säße man auf schnöden Autositzen. Deshalb: RECARO!

Auch hier hat Ford Nägel mit Köpfen gemacht und gleich das Beste vom Besten eingebaut – nämlich Sitze der renommierten Marke RECARO. Selten sind wir in einem Kombi sportlicher gesessen. So machen dann auch jene Kurven besonders viel Spaß, die besser ohne die Familie und deren Gepäck angegangen werden, nach denen aber das oben erwähnte ST-Gesamtpackage einfach permanent schreit.

Dennoch sollte man auch die Familienfreundlichkeit abseits der Sportlichkeit nicht vergessen.

Der Ford Focus ST macht nämlich als 4,67 Meter lange Turnier-Variante auch als Familienauto eine tolle Figur. Sogar eine Anhängerkupplung inklusive Stabilisierung kann geordert werden. Neben den bekannten Vorzügen der variabel klappenden Sitze und Rückenlehnen, glänzt der Turnier-Kofferraum mit maximal 1653 Liter Stauvolumen.

Daten Fakten Ford Focus ST Turnier
Motor: 2.0 Liter 4-Zylinder Turbodiesel
Leistung: 190 PS
Drehmoment: 400 Nm / 2000 U-Min
Testverbrauch: 6,3 Liter Diesel / 100 km
Preis: ab EUR 37.367,-