Premium ist definitiv keine Frage der Größe. Seit gut einem Jahr gibt es den DS3 Crossback, als 4,12 Meter langen, jedoch mit hochwertiger Anmutung und Qualität versehenen Crossover.

Wie im PSA Konzern üblich gibt´s auch den DS3 Crossback mit allen denkbaren Motorisierungsvarianten – quasi für jedes Anwendungsgebiet die passende Lösung. Als da wären: zwei moderne, saubere Vierzylinder-Turbodiesel-Motoren mit 100 und 130 PS, drei Benziner – allesamt aufgeladene Dreizylinder mit 100, 130 sowie 155 PS und last but not least ein 100 kW leistender rein elektrischer Antrieb.

Die ursprüngliche Idee hinter DS, eine historische Brücke von den legendären Citroën-DS-Limousinen in die Neuzeit zu schlagen funktioniert insofern gut, als dass auch damals DS Fahrzeuge zu den elitären und auch technisch außergewöhnlichen Vertretern gehörten – sieht man sich zum Beispiel den DS7 Crossback oder auch den vor kurzem vorgestellten DS9 an, geht der Plan auch inhaltlich voll auf. Die DS Modellpalette besteht zwar erst aus drei Modellen – betrachtet man allerdings die motorische Bandbreite, darf sich ein jeder gut aufgehoben fühlen.

Mit dem DS3 Crossback wendet sich DS an ein urban orientiertes Publikum, welches auf extrovertiertes Design abfährt, originelle Lösungen sucht aber dennoch auf hohe Qualität Wert legt. Dafür wird dann auch gerne etwas tiefer ins Geldbörsel gegriffen. Zwar startet der DS3 Crossback in der „schlichtesten“ Version bei 28.450 Euro, es wird jedoch kaum jemand widerstehen können, den Preis seines DS3 in deutlich höhere Sphären zu bringen. Und da wird die 35-Tausender-Grenze schnell pulverisiert. Aber wer auf Premium steht, wird das wohl gewohnt sein.

Die Front mit dem großen Grill und den schmalen Scheinwerfern schlägt gekonnt die Brücke zum großen DS7 Crossback. Die bündig versenkten Türgriffe sind in dieser Klasse einzigartig. Nähert man sich an das Fahrzeug an, fahren sie elektrisch aus – sehr elegant. Auch das Heck mit den schmalen Leuchten gefällt auf Anhieb – hier darf man getrost den Ausdruck „knackig“ ins Rennen werfen. Als einzige Unschärfe beim Design empfanden wir die so genannte „Haifischflosse“ an der seitlichen Fensterlinie, die vom Vorgänger übernommen wurde. Die hätten wir eher nicht gebraucht. Insgesamt ist die Optik aber erfrischend prägnant und charakterstark.

Der Innenraum hält, was das Exterieur verspricht. In unserem Testwagen wurde nicht mit Alcantara gespart, wie schon beim großen DS7 frönt DS der Raute als Design. Dass die Tasten für die Fensterheber in der Mittelkonsole zu finden sind, ist ebenfalls markentypisch. Die Bedienung will erlernt werden – dies dauert zwar keine Ewigkeit, aber die Zeit sollte man sich halt nehmen und wir glauben, dass sowieso ein jeder, der sich ein derartiges Automobil anschafft, sich auch gerne damit beschäftigt.

Die Polsterung der Sitze ist französisch weich, die gut ausgeformten Lehnen geben aber ausreichend Halt in Kurven. Wer Platz sucht, sitzt besser vorne, die Platzverhältnisse in der zweiten Reihe sind nicht gerade üppig, aber wer dort Platz sucht, greift zu einer anderen Fahrzeugklasse. Hat man in die Focal-Soundanlage investiert, ist dafür die Musikbeschallung dort vorzüglich, denn in der Haifischflosse gibt es dann versenkte Zusatzlautsprecher.

Unsere Testfahrt mit der 155-PS-Variante hinterließ einen durchwegs überzeugenden Eindruck. Der Dreizylinder knurrt kernig und legt sich bei Bedarf ordentlich ins Zeug – vor allem im Sport-Modus. Dann hält die formidabel schaltende Achtgang-Automatik die Gänge länger und lässt die Drehzahl ein wenig hochjubeln. Überhaupt arbeitet das Getriebe, wie man es vom PSA-Konzern gewohnt ist – es gibt kaum wahrnehmbare Schaltpausen und die gehen auch noch sehr geschmeidig über die Bühne. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, ohne jedoch auf Kurvenpräzision zu verzichten.

Auch in Sachen Elektronik und Fahrassistenz gibt sich der DS3 Crossback keine Blöße. Klimaautomatik, Spurhalte-, Fernlicht- und Berganfahrassistent, Tempomat, höhenverstellbarer Fahrersitz, Verkehrszeichenerkennung, Lichtsensor sowie Entertainment-System nebst Bluetooth-Freisprechanlage gehören zur Basisausstattung. Wer auf den von uns getesteten DS3 Crossback PureTech 155 EAT8 Performance Line spekuliert, der also 155 PS per Automatik auf die Straße bringt, sowie Head-Up-Display, LED-Matrix Licht, Einparkhilfe, Rückfahrkamera und Navigationssystem hat, sollte 43.500 Euro auf der hohen Kante haben.