Seat-CEO Luca de Meo entdeckt das Erdgas
Lange war es auffällig ruhig um den Arbeitskreis CNG-Mobilität, dem neben den Volkswagen-Marken Industriepartner aus den Bereichen Gasversorgung, Netz- und Tankstellenbetrieb angehören. Jetzt nimmt er wieder an Fahrt auf, weil man nach den Worten von Seat-CEO Luca de Meo davon überzeugt ist, dass CNG beim Wandel zur nachhaltigen Mobilität eine bedeutende Rolle spielen und ein großes Geschäftspotenzial für die Automobil- und Mineralölindustrie bieten wird.

Da haben die Initiatoren noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Im Juli ist die Nachfrage nach neuen Autos mit Erdgasantrieb erneut zurückgegangen – dieses Mal um mehr als 40 Prozent. Trotzdem ist de Meo von der Zukunft des CNG-Antriebs überzeugt, weil er verfügbar, umweltschonend, wirtschaftlich, bewährt und sicher sei.

„Öko zu sein, ist keine Option mehr. Es ist ein Muss“, sagte der Seat-Vorstandsvorsitzende anlässlich CNG Mobility Days in Berlin. „Als Automobilhersteller müssen wir eine breite Palette alternativer Antriebstechnologien vorhalten, damit unsere Kunden selbst entscheiden können, welche ihnen am besten passt.“

Mit dieser Aussage befindet sich de Meo nicht ganz auf der Linie von VW-Konzernchef Herbert Diess, der dem Elektroantrieb absolute Priorität einräumt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind in Deutschland gut 80 Prozent mehr batterieelektrisch betriebene PKW als im Vorjahr neu zugelassen worden – das hört sich mächtig an, relativiert sich allerdings schnell, wenn man bedenkt, dass der Anteil an den Gesamtzulassungen mit rund 1,8 Prozent noch immer verschwindend gering istAlles andere als Nachfrage fördernd sind zahlreiche kritischen Anmerkungen zur batteriebetriebenen Mobilität.

„Statt den Fokus zu sehr auf die Elektromobilität zu richten, sollte die Politik gleichzeitig den Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur vorantreiben. Denn so lässt sich bei der Verkehrswende kräftig sparen: Um bis zu sechs Milliarden Euro könnten die Infrastrukturkosten sinken, wenn die bis 2050 geplanten rund 40 Millionen Nullemissions-Pkw je zur Hälfte mit Batterien und Brennstoffzellen betrieben werden“, heißt es in einer von der ADAC-Stiftung geförderten Studie, die das Fraunhofer-Institut gemeinsam mit der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik verfasst hat.

Quelle: ampnet