Mit dem Berlingo liefert Citroen vitaminreiche Alternativkost zum gängigen SUV-Gemüseauflauf.

Viele erliegen dem Irrtum, mit ihrem SUV auch gleich jede Menge Praktikabilität mit zu kaufen. Wer glaubt sein „Sport Utility“, sprich Fahrrad in einem Mittelklasse-SUV ordentlich transportieren zu können, wird meistens dazu genötigt, dieses entweder zu zerlegen und auf die Rückbank zu verzichten oder er schnallt das teure Bike bei Wind und Wetter auf´s Dach.

Auskenner greifen erst gar nicht zum SUV – sie wählen den sogenannten „Hochdachkombi“direkt vom Erfinder. 

Erstmals erschien dieser Mix aus Pkw und Lieferwagen nämlich 1996 in Gestalt des Citroën Berlingo. Dieser bot genau die unschlagbare Kombination aus Komfort und riesigem Platzangebot, die die boomende Freizeitgesellschaft benötigte. Vom SUV war zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel zu sehen. Als dann schließlich der Markt auf´s Sport Utility Vehicle umschwenkte ließen sich die oben genannten Auskenner nicht beirren, sie hielten dem Franzosen die Treue. In Zahlen: Satte 3,3 Millionen Exemplare wurden in den vergangenen 22 Jahren vom Citroen Berlingo verkauft.

Seit gut einem Jahr rollt nun die dritte Generation vom Band. Diese kommt deutlich cooler daher, als sein doch eher Lieferwagen-hafter Vorgänger. Das aktuelle Citroën-Design mit dem typischen zweigeteilten Tagfahrlicht und den Hauptscheinwerfern darunter, den praktischen „Airbumps“ auf den Türen sowie jetzt auch einer klitzekleinen Prise SUV-Style, sofern man die XTR-Variante wählt, lässt den Mitbewerb blass dastehen, sieht man vom Konzernbruder Peugeot Rifter ab – der spielt stilistisch in derselben Liga.

Den Citroen Berlingo gibt´s in zwei Längen mit 4,40 Meter als Variante M oder 4,75 Meter als XL. Wir hatten die „Medium“-Variante bei uns zu Gast. Dieser bietet Platz für Fünf und einen mindestens 775 Liter fassenden Kofferraum in praktischer Kubusform. Wer mehr Platz benötigt, klappt die Beifahrersitzlehne vor und erhält so eine 2,70 Meter lange Ladefläche. Wie bei Citroen üblich, sind auch im Berlingo die Sitze ausgesprochen bequem, dass dadurch der Seitenhalt ein wenig leidet, sollte bei solcherart Fahrzeug niemanden stören. Vorne sitzt man jedenfalls einfach toll und auch in der zweiten Reihe gibt´s Beinfreiheit wie in der Luxusklasse. Die beiden Schiebetüren spielen vor allem auf engen Parkplätzen ihre Stärken aus. Auch die separat zu öffnende Heckscheibe ist super praktisch, wenn zum Öffnen des großen Scheunentors am Heck einfach zu wenig Platz ist.

Sehr cool sieht das sogenannte „Modutop“ aus. Es besteht aus einer Vielzahl von Staufächern am Dachhimmel, sowie einem transparenten Mittelsteg, in dem die abgelegten Sachen dann auch sichtbar sind. Da sich darüber ein Panoramaglasdach und verschiedenen Beleuchtungselemente befinden, hat man ein extrem luftiges, lichtdurchflutetes Ambiente im Berlingo. Wem das nicht reicht, der befüllt die 28 weiteren über das ganze Fahrzeug verteilten Stauräume, wie etwa die im Boden hinter den Vordersitzen befindlichen Fächer, die Mittelkonsole oder die beiden übereinander liegenden Handschuhfächer.

Auf der Straße liegt der Berlingo unerschütterlich und spurtreu. Wie von Citroen zu erwarten, ist das Fahrwerk sehr komfortabel abgestimmt, die Lenkung leichtgängig und eher indirekt ausgelegt. Auch auf schlechtem Asphalt schluckt die Federung souverän alle Stöße. Die in Kurven durch die langen Federwege entstehende Seitenneigung muss man wohl oder übel in Kauf nehmen – so ist halt die Fahrphysik.

Der bekannte 1,5-Liter-Diesel mit  seinen 130 PS passt hervorragend in den Citroen Berlingo – er hält sich akustisch zurück, zieht gut durch und knausert außerdem auch noch beim Spritverbrauch. Das achtstufige Automatikgetriebe EAT8 ist dabei jeden Cent wert, es sorgt für ebenso geschmeidige wie schnelle Gangwechsel. Die Tatsache, dass auch diese PSA-Motorisierung die Euro 6d-Temp Norm erfüllt und man sich dadurch zukünftige Fahrverbote erspart, macht den Antrieb zur ersten Wahl.

Auf dem aktuellen Stand ist der Citroen auch in puncto zeitgemäßer Sicherheits- und Infotainmentsysteme. So sorgten in unserem Testwagen zahlreiche Assistenzsysteme für sicheres Vorankommen. Darunter ein aktiver Tempomat mit Kollisionswarner und Notbremsfunktion, eine Rückfahrkamera, Toter-Winkel- und Müdigkeitsassistent und ein Head-up-Display. Auch ein 8-Zoll-Touchscreen samt Smartphone-Integration und die Möglichkeit, sein Smartphone induktiv zu laden war mit an Bord.

Preislich startet der Citroen Berlingo M HDI 130 EAT8 bei 27.000 Euro.