Bei unseren Lieblingsnachbarn treibt die Dieselkrise schon wilde Blüten.

Erst lässt sich die Politik einen sinnlosen Grenzwert aufschwatzen, enteignet damit Millionen Deutscher, bringt den Gebrauchtwagenhandel an den Rand des Ruins und gibt die wichtigste Industrie des Landes zum Abschuss frei. Dann kommt die deutsche Justiz ins Spiel und setzt die Vorschriften ohne Augenmaß um, nur mit dem Blick auf den Buchstaben des Gesetzes. Und nun bringt sich die Politik wieder ins Spiel. Sie will automatisiert den Verkehr überwachen. Mit Kennzeichenerkennung soll festgestellt werden, ob sich ein alter Dieselmotor unter der Motorhaube des Autos versteckt und dort – offenbar verbrecherisch – agiert.

Da war doch schon einmal etwas Vergleichbares? Als der deutsche Innenminister und die Polizei diskutierten, die Tollcollect-Daten einschließlich der Kennzeichen für die Suche nach Schwerverbrechern und Terroristen zu nutzen, ging ein Aufschrei durch die Republik: Der Schutz der Privatsphäre sei wichtiger als der zweifelhafte Erfolg einer solchen Maßnahme. Nur, dieses Mal blieb die Empörung komischerweise aus. Sind Dieselfahrer also schlimmer als Terroristen?

Quelle: Peter Schwerdtmann, cen